Bogen

Einführung

Auf dieser Seite möchten wir den Anfängern und anderen Interessenten einen Einblick in die Welt des Bogensports gewähren, grundlegendes Wissen übermitteln und Irrtümer aus dem Weg räumen.Denn nur wer mit viel Geduld an das Bogenschießen herangeht, kann sich dauerhaft an seinen Fortschritten erfreuen. Wer dagegen versucht im Schnelldurchgang Turnierqualität zu erreichen, wird nach kurzer Zeit frustriert aufgeben.Darum ist es umso wichtiger den richtigen Einstieg zu finden und stets unter Beobachtung erfahrener Schützen zu trainieren um Fehler zu vermeiden. – Fehler die man sich im Nachhinein nur schwer wieder „wegtrainieren“ kann.Fachbegriffe haben wir im Bogensport Lexikon gesammelt und auch die Grafik rechts soll ein wenig helfen mit den neuen Vokabeln umzugehen.

Wer Ringe kaufen will, sollte lieber zum Juwelier gehen

Bogenschießen ist ein ruhiger Sport, in dem Konzentration und Qualität des Schützen vor der Optimierung des Materials liegt. Soll heißen: „Ein guter Schütze trifft mit jedem funktionierendem Bogen besser, als ein schlechter Schütze mit HighTech Material!“Gutes Material ist lediglich eine Hilfe um Technikqualtäten des Schützen zu optimieren. Entscheidend ist aber immer die Einstellung des Schützen zu seinem Sport. Wer einmal gute Leistungen erzielen will muss viel üben. Wer „just for fun“ schießen möchte findet in diesem Sport aber auch einen Ausgleich zum hektischen Treiben der Zeit.Doch auch für Gelegenheitsschützen gelten die Grundregeln in Sachen Sicherheit, Körperhaltung, Bewegungsablauf usw., nicht zuletzt weil auch ein Gelegenheitsschütze sich und andere verletzen kann und unter Muskelkater leidet, wenn er sich nicht ordentlich warm gemacht hat.Ebenso ist die Auswahl eines passenden Bogens wichtig. Die Devise lautet: „Nicht der teuerste Bogen ist der beste, sondern der Bogen, der auf den Schützen richtig „zugeschnitten“ ist. Hilfestellung bietet eine fachkundliche Beratung, die man z.B. bei der Firma Bogen und Blankwaffencenter Kempten findet. Dort gibt es vom einfachen Langbogen, bis hin zum technisch perfektionierten Compound-Bogen, alles was das Herz begehrt.

Probeschießen

Der erste Schritt sollte immer ein Probeschießen sein. Entweder in einem Verein, im Urlaub in der Hotelanlage, auf gut betreuten Freizeitanlagen oder bei den Fachhändlern.Aus dem Bauch heraus einen Bogen zu kaufen, um dann im Garten erste Versuche zu wagen, ist nicht zu empfehlen. Bestenfalls bleibt es den ganz kleinen Schützen vorbehalten, z.B. wenn mit Saugnapfpfeilen auf Plastikscheiben geschossen wird. Doch auch ganz junge Schützen sind bei uns willkommen – aber bitte immer in Begleitung der Eltern.Zum Probeschießen und in den ersten Trainingsstunden werden Bogen, Köcher, Pfeile, Schutzutensilien u.s.w. von uns kostenlos gestellt. Das ermöglicht wirklich jedem den Einstieg und die eigene Beurteilung, ob der Bogensport die richtige Wahl ist.Die Bogensportabteilungen der Schützengilde Wangen und des Schützenvereines Niederwangen organisiert regelmäßig Probeschießen und kündigt diese in der Presse und natürlich auf unserer „NEWS“ Seite an.

Sportmedizin und Bogenschießen

Bogenschießen ist ein gesunder Sport! Verletzungsrisiken sind sehr gering! Orthopäden bestätigen, dass bei Bogenschützen kaum Probleme mit dem Rücken auftreten, da die Rückenmuskulatur stark ausgeprägt wird und dabei Schäden bei Belastungen im Alltag entgegenwirkt. Wie in jeder anderen Sportart gilt es aber stets das Training oder ein Turnier mit Aufwärmübungen zu beginnen und währenddessen immer ausreichend zu trinken. Sogar das Naschen von fettfreien Süßigkeiten wird empfohlen, um den hohen Energieverbrauch zu regulieren. Auch nach langen Arbeitstagen und Stresssituationen trägt das Bogenschießen, neben der geistigen Entspannung, auch zu einer Lockerung der Rücken- und Schultermuskulatur bei. Speziell für Behinderte stellt der Bogensport eine ideale Möglichkeit dar sich sportlich zu betätigen und wird oft als Therapie vorgeschlagen. Natürlich kann man mit Kraft alleine keinen Pfeil ins Gold bringen. Bogensport ist somit auch durch mentale Entspannung geprägt. Nur ein ruhiger, entspannter und konzentrierter Schütze ist zu guten Leistungen fähig. Fragt man sich, was denn ein Schütze während eines Turniers leistet, so wird einem schnell klar, dass nicht nur an die Hundert Pfeile mit höchster Konzentration geschossen werden, sondern auch eine Strecke von rund 1,5 km (nur zum Pfeileholen) zurückgelegt wird. Beim Jagd- und Feldbogenschießen legt man erheblich längere Wegstrecken in abwechslungsreichem Gelände, zumeist mit Steigungen und Senkungen, zurück. Die zurückzulegenden Wegstrecken bilden – neben den eigentlichen Schießbelastungen – eine nützliche und für den Gesamtorganismus förderliche Bewegung.Ein Bogenschütze muss bei jedem Schuss eine starke körperliche Belastung aushalten. Hierbei bedient er sich einem besonders tiefen Ein- und ausatmen Rhythmus, der von nahezu sämtlichen Atemmuskeln volle Aktion erfordert. Dies und die zurückzulegenden Wege können so nicht nur Herz und Lunge, sondern auch das gesamte Muskelsystem des Oberkörpers positiv beeinflussen. Insbesondere bei Jugendlichen im Wachstum sind derartige Bewegungen außerordentlich förderlich.

Geschichte Pfeil und Bogen gehören zu den ältesten Distanzwaffen und sind bei allen Völkern seit Urzeiten zur Jagd und als Kampfwaffe benutzt worden. Wie archäologische Funde belegen, waren Pfeil und Bogen bereits in der Altsteinzeit bekannt. Der älteste Bogenfund Europas ist rund 11.500 Jahre alt.Bereits in der Antike gab es ausgereifte Bögen in geschwungener Form, aus verschiedenen Materialien zusammengesetzt, bei denen die Eigenschaften hochfester und zugleich elastischer Verbundstoffe kombiniert wurden. Gemeint ist der so genannte Kompositbogen. Auch im alten Ägypten und bei den semitischen Völkern in Vorderasien war der Gebrauch von Pfeil und Bogen verbreitet. In China lässt sich das Bogenschießen bis in die Shang-Dynastie zurückverfolgen (1766-1027 v. Chr.). In der nachfolgenden Zhou-Dynastie (1027-256 v. Chr.) wurden am kaiserlichen Hof Turniere im Bogenschießen abgehalten. Ausgehend von Vorderasien verbreitete sich das Bogenschießen im gesamten Mittelmeerraum. Als hervorragende Bogenschützen galten vor allem die Skythen, die Perser und die Kreter. Auch bei den asiatischen Steppenvölkern (Hunnen, Magyaren und Mongolen) zählte der Bogen zu den wichtigsten Waffen.Bei den Griechen und Römern gab es Heere die mit Pfeil und Bogen bewaffnet waren. Im frühen Mittelalter wurde der Bogen verstärkt bei den Goten und den Wandalen verwendet. Während des Spätmittelalters waren die Engländer mit ihren Langbögen in den Schlachten von Crécy (1346) und Agincourt (1415) führend. Legendäre Bogenschützen sind Wilhelm Tell, schweizerische Sagengestalt und Nationalheld, und der sagenhafte Outlaw Robin Hood aus dem England des 12. Jahrhunderts. Angelsächsische Bogner entwickelten ein von den Wikingern übernommenes Bogenmodell zum englischen Langbogen weiter. Aus dieser Zeit stammen so wohlklingende Namen wie Fletcher ( Pfeilemacher ), Archer und Bowman ( Bogenschütze ) oder Stringer ( Sehnenmacher ).Die Indianer waren übrigens keine guten Bogenbauer. Alle auf dem amerikanischen Kontinent entwickelten Bögen waren einfach gebaut und wenig effizient. – Seit einigen Jahren sieht das allerdings ganz anders aus. Die Amerikaner produzieren nicht nur die meisten Sport- und Jagdbögen weltweit, sie sind auch Marktführer in Sachen Qualität und Technik.Heute wird der Bogen, außer bei einigen Urvölkern, nur noch als Sportgerät eingesetzt. In den Jahren 1900, 1904, 1908, 1920 und seit 1972 durchgehend, war Bogenschießen eine olympische Disziplin und bleibt es sicher weiterhin. Seit 1931 werden regelmäßig Weltmeisterschaften ausgetragen.Bogenschießen gehört zu den international sehr verbreiteten Sportarten. Über 55 Nationen sind dem internationalen Verband FITA (Fédération Internationale de Tir à l´Arc) angeschlossen. Es gibt viele Möglichkeiten des Bogenschießens. Angefangen vom Schießen mit dem Langbogen auf Tierimitationen, über des Schießen auf Zielscheiben mit dem Recurve-, Blank- oder Compoundbogen, bis hin zum meditativen Schießen mit dem japanischen Kyudo-Bogen.
Sicherheit ist oberstes Gebot !Der Schütze darf sich und andere niemals in Gefahr bringen. Schutzkleidung ist genau so wichtig wie Umsichtigkeit beim Schießen. Schmerzhafte Sehnenkontakte werden mit einem Arm-, bzw. Brustschutz vermieden. Kommandos und / oder Lichtanlagen informieren den Schützen, ob er schießen darf oder nicht. Ein Pfeil wird grundsätzlich nur an der Schießlinie aufgelegt. Für das Ausziehen und Lösen des Pfeils bedarf es dem Kommando „Pfeil frei“. Nach dem Kommando „Pfeil stopp“ darf nicht mehr gelöst werden. Um zu signalisieren, dass die Pfeile geholt werden können gibt der Schießleiter das Kommando „Pfeile holen“!