Bogendisziplinen

Der Langbogen ist der eigentliche Vorgänger aller heutigen Bögen, aus der Zeit des „Robin Hood“, ein Bogen aus edlem Hartholz, ohne Visier. Technisch ist dieser Bogen längst überholt, doch von seinen Liebhabern wird er immer mehr geschätzt. Es wird damit noch richtig „instinktiv“ und sehr schnell geschossen. Es erfordert einiges an Übung bis man beständig ins Ziel trifft.

Langbogen

Der Blankbogen wird auch ‚barebow‘ genannt. Es handelt sich um einen Recurve-Bogen (selten auch Compound-Bogen) ohne Visier und Stabilisatoren. Beim Blankbogen zielt man über den Pfeil, oder schießt nach „Gefühl“. Je nach Entfernung variiert man den Abstand der Finger der Zughand vom Nockpunkt – auch ‚Stringwalking‘ genannt. Begnadete Schützen erreichen auch ohne Visier eine hohe Treffsicherheit.

 

Der Recurvebogen hat eine Länge bis zu 70″ und ist in drei Teile zerlegbar. Die beiden Wurfarme können zum besseren Transport vom Mittelstück abgenommen werden. Die Wurfarme sind aus verleimtem Holz, Glasfiber und Carbon bzw. Kombinationen daraus gefertigt und haben sogenannte Recurves. Recurves sind Biegungen, die entgegengesetzt der Zugrichtung stehen und dadurch ihre beim Auszug aufgebaute Kraft optimal entfalten. Das Mittelstück wird beim klassischen Anfängerbogen aus schichtweise verleimtem Holz gefertigt. Turnierbögen besitzen Mittelstücke aus gegossenen oder gefrästen Leichtmetalllegierungen. Gezielt wird mit einem Visier ohne optische Linsen (beim Gewehr mit dem Korn zu vergleichen). Als Gegenpart (Kimme) benötigt der Schütze gleich mehrere Punkte, an denen Zughand und Sehne immer wieder angelegt werden. Das Visier ist fein verstellbar, damit es auf unterschiedlichen Distanzen geschossen werden kann. Die Aluminium- bzw. Carbonpfeile werden mit den Fingern gelöst. Zum Fingerschutz wird ein kleines Lederstück benutzt (Fingertab), Schwingungen beim Abschuss werden von Stabilisatoren gedämpft. Stabilisatoren sind Stäbe, die nach vorn und hinten ausgerichtet und mit Gewichten versehen sind. Gängige Zuggewichte beginnen bei ca. 10 lbs für Kinder und enden bei ca. 50 lbs für den Fita Wettkampf erwachsener Schützen. Eine Zugegewichtsbegenzung gibt es aber nicht. Der Recurvebogen ist als Turnierbogen auf allen Wettkämpfen, einschließlich der Olympischen Spiele, zugelassen.Recurvebogen

Der Compoundbogen (compound = zusammengesetzt, kombiniert) ist die technisch aufwendigste Form der Bogentypen.
Seine Besonderheit liegt darin, dass die Sehne über exzentrische Umlenkrollen  geführt wird. Dadurch erreicht man, dass ab einem bestimmen Punkt beim Spannen  der Sehne die Wirkung der Exzenter einsetzt. Im gespannten Zustand hat der  Schütze bis zu 80 % Zugentlastung (Let-Off).
Das hat zur Folge, dass Compoundbögen hohe Zuggewichte haben, und trotzdem noch  problemlos bewältigt werden können. Der oben abgebildete PSE Firestorm ist z.B. mit einer Zugkraft von 70 lbs. (englische Pfund)  und einem Let-Off von 80 % erhältlich. Im gespannten Zustand hat der Schütze nur  14 lbs. zu halten. Trotzdem wird beim Schuss die Energie von 70 lbs. auf den Pfeil abgegeben. Das sind dann Pfeilgeschwindigkeiten von 300 Fuß/sec. (330  km/h). Dadurch bekommt der Pfeil natürlich eine sehr gestreckte Flugbahn. Das falsche Einschätzen der Schussentfernung ist nicht mehr so gravierend.
Die Folge: Der Bogen wird (in den Ländern, in denen es erlaubt ist) gerne zur  Jagd genommen. Und damit man dabei nicht im Unterholz hängen bleibt, ist der  Bogentyp in den meisten Fällen sehr kurz gehalten.
Der Compoundbogen bleibt im Gegensatz zu den anderen Bögen immer gespannt. Ohne  eine entsprechende Einspannvorrichtung ist das Spannen und Entspannen auch gar  nicht möglich!

Compundbogen

Pfeilarten

Als Pfeile dienen Holz-, Alu-, oder Carbonpfeile mit einer Metallspitze. Federn am hinteren Teil stabilisieren die Flugbahn des Pfeils. Pfeile gibt es heutzutage in einer kaum überschaubaren Vielzahl. Wichtig ist immer, dass die Pfeile sowohl zum Bogen, als auch zum Schützen passen. Hierfür ist die Länge, die Steifigkeit (Spine) des Pfeilschaftes und das Gewicht der Spitze entscheidend.

Holzpfeile werden meist aus Zeder oder Pinie hergestellt, aber auch aus Ramin und anderen Hölzern.

Aluminiumpfeile bestehen aus einem Aluminium Schaft verschiedener Legierungen in einer Vielzahl von Durchmessern und Wandstärken.

Carbonpfeile (Carbon)Mikrokarbonfasern sind miteinander verklebt und bilden einen sehr stabilen, leichten und schnellen Pfeil.

Graphitpfeile Aufgebaut aus mehreren Lagen Graphit, etwas dicker als Karbonpfeile.

Alu-Carbon Pfeile(ACC) Ein Alukern wird von Carbonfasern unterstützt. Der Pfeil ist sehr leicht, kann mit kleinster Tolleranz gefertigt werden, ist aber leider recht anfällig und auch sehr teuer.